Sonntag, 31. Dezember 2017

U1700 Mittelklasse Turnier

Novag Quattro vs. Mephi III
Nach den ELO-Niederungen der Deep Depp-Turniere ging es nun in Regionen wo man zum ersten Mal akzeptables Schach geboten bekommt. Allgemein wird dieser Bereich als Vereinsspielerniveau bis Bezirksliga angegeben. Bei Schachcomputern bedeutet U1700: Hier wird auch mal eine schöne Kombination gefunden, manchmal auch Ansätze von Positionsspiel. Die Schwächen im Endspiel bleiben trotzdem vorhanden, ebenso wie taktische Patzer durch Horizont-Effekte.

Gespielt wurde wie gewohnt mit Stufe 30Sek./Zug average. Für eine Turnierteilnahme galten folgende Kriterien: Bekannte Klassiker wie die Steinitz Edition oder den Weltmeister von 1980, Fidelity Sensory Champion. Dickschiffe, sprich große Holzbretter, wie die CXG Sphinx 50, dazu viele noch wenig in Turnieren getestete Schachcomputer (zB Novag Constellation Quattro, Fidelity Septennial) und getunte Compis, so wie der bereits werksseitig bei Mephisto produzierte Mephisto III Special auf 12 MHz laufend. Auch auf den Chafitz Sargon ARB 3.5 12 MHz war ich sehr gespannt. Garniert wurde alles mit ein paar Exoten, so ein russischer Elektronika IM-05 und...natürlich...den Aufsteigern aus dem U1500 ELO-Turnier.

Conchess Ambassador 2MHz vs. Superstar 36K
Eins vorweg: Die Aufsteiger blieben erwartungsgemäß in dieser Klasse in der unteren Tabellenhälfte, doch die rote Laterne hatte keiner von Ihnen inne. Diese erhielt - für mich überraschend - der SciSys Superstar 28K. Das Turnier lief vollkommen an ihm vorbei und es hagelte Niederlagen. Seine Turnierperformance von 1325 ELO lag um Längen hinter den 1570 ELO in der Wertungsliste. Doch sowas kann in Turnieren immer passieren.

An der Spitze zog ein Mitfavorit vorne weg. Der Fidelity Super 9 - im Turnier als Version Sensory Champion mit Super 9 Upgrade von Fidelity - hatte nach 7 Runden 100% Punktausbeute. Erst in den letzten beiden Runden musste er Federn lassen, doch Platz 1 wurde gehalten. Ein schöner und wichtiger Sieg war in Runde 4 gegen das getunte 16K-Danielsen-Programm, CXG Sphinx Titan 4MHz (alias Super Enterprise):

Fidelity Super 9 - CXG Sphinx Titan 4MHz

1. d4 Nf6 2. c4 e5 3. dxe5 Ng4 4. Bf4 Nc6 5. Nf3 Bb4+ {letzter Buchzug Sphinx
Titan 4MHz} 6. Nc3 Qe7 7. Qd5 Bxc3+ 8. bxc3 {letzter Buchzug Fidelity Super 9}
Qa3 (8... f6 9. exf6 Nxf6 10. Qd3 d6 {ist die Hauptvariante}) 9. Qd2 Qc5 10. e4
Qa5 11. Be2 Ngxe5 12. Nxe5 Nxe5 13. Rb1 c6 {besser Pd6} 14. O-O O-O 15. Be3 $1
{bereitet Pf4 vor} f5 $6 {öffnet die eigene Königsstellung zu stark} 16. exf5
Rxf5 17. f4 Ng6 18. Bd3 Rf6 $2 19. f5 {etwas zu früh} (19. Bd4 $1 Rf7 (19...
Rf8 20. f5 $1 Ne5 21. f6 g6 22. c5 $1) 20. Rbe1 Qd8 21. f5 $1) 19... Ne5 20.
Be2 Rf7 $6 21. Bh5 Nxc4 $2 {Sphinx Titan opfert den Turm} 22. Bxf7+ Kxf7 23.
Qd4 Nxe3 24. Qxe3 Qxa2 $2 {Dies war die Variante bei der Berechnung des
Turmopfers. Er bekommt dafür Läufer + 2 Bauern. Das Schwarz vollkommen
unterentwickelt ist und Weiß sogar Matt setzen kann, können beide Kontrahenten
nicht erkennen, da viel zu tief liegend.} 25. Ra1 Qb3 26. Rfb1 Qc2 {+0,08
Sphinx Titan 4MHz} 27. Re1 $1 g6 $2 28. fxg6+ hxg6 29. Re2 Qb3 30. Qf2+ Kg7 31.
Re7+ Kg8 32. Re8+ {mit Mattanzeige} Kh7 33. Qh4+ Kg7 34. Qh8+ Kf7 35. Rf1# 1-0

Apropos CXG, selten genug sieht man die Schachcomputer dieser Marke um einen Turniersieg mitspielen, aber in diesem U1700 waren es direkt drei Stück die permanent oben in der Tabelle rangierten. Am Ende landeten sogar alle auf den Aufstiegsplätzen. Insbesondere die Sphinx 50 hatte es mir angetan. Sie spielte das komplette Tunier mit Stil 6 = leicht aggressiv. Die Sphinx Titan war ebenfalls auf AGGr voreingestellt.

Zu meinem Bedauern blieb der doppelt schnelle Mephisto III Special in unteren Regionen hängen. Dieses Mal hatte er kein Turnierglück, ganz im Gegensatz zu seinem Einsatz in Klingenberg 2016. Auch der Fidelity Septennial blieb etwas hinter seinen Möglichkeiten, immerhin kämpfte er sich zum Schluss auf Platz 7 mit einer wilden Partie: Excalibur Alexandra - Fidelity Septennial, Runde 9.

Fidelity Septennial
1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bc4 Nf6 4. Ng5 d5 5. exd5 Na5 6. Bb5+ c6 7. dxc6 bxc6 8. Be2 h6 9. Nf3 e4 10. Ne5 Bd6 11. d4 exd3 12. Nxd3 O-O 13. O-O Bf5 14. Nf4 Qb8 15. g3 Bxf4 16. gxf4 Bh3 17. Re1 Qb4 18. a3 Qe4 19. Bf3 Qg6+ 20. Kh1 Bf5 21. Re2 Rad8 22. Qe1 Nc4 23. Bxc6 Bxc2 24. Nc3 Nh5 25. Bd5 Nb6 26. Bf3 Bd3 27. Re7 Nc8 28. Re5 Nf6 29. Bd2 Nd7 30. Ra5 Ndb6 31. b3 Rfe8 32. Be3 Bc2 33. Rb5 Nd6 34. Rb4 Nf5 35. Bg2 Qe6 36. Bh3 Qc6+ 37. Kg1 Nh4 38. Rxb6 axb6 39. Qe2 Nf3+ 40. Kh1 Nd4+ 41. Bg2 Qxc3 42. Qf1 Qxb3 43. a4 Nf5 44. a5 Nxe3 45. fxe3 bxa5 46. Qf2 Rxe3 47. Rxa5 Rd1+ 48. Bf1 Be4+ 49. Kg1 Rxf1+ 50. Qxf1 Rg3+ 51. hxg3 Qxg3+ 52. Qg2 Qxg2# 0-1


Wer Interesse hat das gesamte Turnier nachzuverfolgen: Auf Schachcomputer.info befindet sich ein Thread zum U1700-Turnier. Hier die Abschlusstabelle:

Sargon ARB 3.5 12 MHz



Little Chesster
Remis

Dienstag, 21. November 2017

Swiss Made: Pewatronic Grandmaster


Nach einer langen Flaute und dem Bankrott der großen Firmen im Segment der Schachcomputer, werden heute endlich wieder High-End-Modelle produziert. Exklusive Schachcomputer aus Holz mit moderner Ausstattung/Bedienung und spielstarken Programmen. Vorreiter ist natürlich der Holländer Ruud Martin von Phoenix Chess Systems, der schon seit vielen Jahren in Eigenregie hochwertige Schachcomputer und Module herstellt. Doch es gibt eine weitere kleine Schmiede - die Firma Pewatronic aus der Schweiz. Seit 2009 produziert Peter Waldburger, der Firmeninhaber, in Eigenregie Schachcomputer im Holzgewand. Angefangen hat er mit Umbauten bekannter Schachcomputer und deren Technik in schöne handgefertigte Magnetsensorbretter gesteckt, siehe Pewatronic Explorer Pro und Pewatronic Master Chess. Waren diese quasi die Vorarbeiten, ist seit 2016 das Meisterstück im Sortiment: der Pewatronic Grandmaster
Auch dieser glänzt wieder mit hochwertiger Optik: Vollholz-Schachbrett mit Magnetsensortechnik und dezent aufleuchtenden gelben Feld-LEDs. Mittlerweile werden feiner ausgearbeitete Schachfiguren mitgeliefert, weil der erste Satz vielen Käufern etwas zu schlicht geraten war. Das Bedienkonzept ist für einen Schachcomputer derzeit einmalig. Über einen kleinen Touchscreen erfolgt die komplette Menuführung. Egal ob Einstellungen der Schachengine, Anzeige von Hauptvariante, Stellungsbewertung etc...nach anfänglichen Kinderkrankheiten mit den Spielstufen wirkt nun alles gut durchdacht. Updates werden ebenfalls über den Touchscreen angesteuert und erfolgen über WLAN - sehr praktisch. Dass man den Grandmaster auch netzunabhängig mit einer zusätzlichen Powerbank einsetzen kann, gefällt mir besonders. Nach Lust & Laune Blitzpartien im Freien spielen oder einfach auf der Couch im Wohnzimmer, alles möglich.

Und wie spielt die Kiste? Wie stark ist der PeWa GM?

Mit der aktuellen Engine Stockfish 8 dürfte es der stärkste reine
Schachcomputer auf dem Markt sein, doch es fehlt die Vielfalt. Gegen Stockfish auf dieser Hardware hat man selber keine Chance und auch kein Oldie-Schachcomputer in einem Computermatch. Eine Abschwächung ist über das Menu möglich in Form von 1-20 Stufen, dabei bleibt offen wie und was abgeschwächt wird. Dies ist z.B. beim Revelation II besser gelöst mit seiner prozentualen Abschwächung der CPU.

Als zweite Engine wurde Ende 2016 das Programm Madchess 2.0 aufgespielt. Der Name ist hier Programm. Eine seriöse Schachengine sieht anders aus. Madchess hat irgendwie keinen rechten Spielstil, wirkt unausgereift und hatte in Tests auch ein paar Abstürze.

Wie sind die Aussichten?

Für 2018 sind nun endlich weitere (Open-Source?) Engines angekündigt. Vor allem für den ELO-Bereich über 2000 - 2500 fehlen ein paar interessante Programme. Der Grandmaster wird aktuell mit noch stärkerer 1,2 GHz CPU ausgeliefert, wobei auch die 900 MHz vollkommen ausreichten. Positiv erwähnen möchte ich den regelmäßigen Service von Pewatronic. Rückmeldungen erfolgen prompt.

Montag, 13. November 2017

Der imposante Fidelity Grandmaster Voice

Ein kolossales Holzbrett mit schönen Intarsien ziert den Fidelity Grandmaster Voice. Seine imposanten Maße: 71 x 57 cm. Die Technik hingegen ist eher zierlich, denn im Inneren des GM Voice tickt das Schachprogramm des Fidelity Voice Advanced auf einer kleinen Platine mit der bekannten "Stimme" des Voice in deutsch und der roten LED-Anzeige. Das gesamte Brett drumherum ist quasi schöne Staffage. Keine Magnetsensoren wie z.B. beim Konkurrenten Sargon ARB, auch keine Drucksensoren wie beim Sensory Voice aus eigenem Hause, sondern schnöde Eingabe der Züge über Tastatur. Anno 1980 war abzusehen, dass Fidelity mit diesem Modell einen Ladenhüter produzierte.

Was sich damals als Nachteil erwies, lässt heute die Nachfrage steigen. Der Fidelity Grandmaster Voice ist selten und wird noch seltener gehandelt. Sein Pendant für den internationalen Markt, der Fidelity Decorator mit englischer Sprachausabe, ist da schon häufiger anzutreffen. Aber natürlich sind es reine Liebhaberstücke, denn schachlich kann jeder untere Ligaspieler den GM Voice bezwingen und wenn ich mir ein schönes Schachbrett neben den "Standard-Voice" stelle habe ich selbige Kombination. Was mir persönlich am besten gefällt: Die verschließbaren, mit grünem Filz ausgeschlagenen Figurenfächer. Das bietet m.W. sonst kein Schachcomputer.

Apropos Schachbrett: Wie Maurice Ohayon herausgefunden hat, stammt das Schachbrett des GM Voice nicht von Drueke, wie die Bretter vom Sargon ARB und Fidelity Prestige. Wer der Produzent ist, ist noch ungeklärt.

Mittwoch, 23. August 2017

Schachcomputer SC 1

Mit diesem schlichten Namen schmückt sich eine echte Rarität: Der Schachcomputer SC 1 wurde als Prototyp entwickelt und ist, wie der Name andeutet, der erste Schachcomputer aus der DDR. Produziert wurden insgesamt nur 12 bis max. 20 Stück von der VEB Mikroelektronik "Karl Marx" Erfurt. Er sollte als Vorläufer eines Schachcomputers für den Massenmarkt dienen und war als reines Testmodell konzipiert. Mit den Testern des SC1 wurden spezielle "Erprobungsverträge" für ein Jahr abgeschlossen, in denen die Modalitäten festgelegt wurden. Erst danach konnte der Tester den SC1 käuflich erwerben. Schön nachzulesen und ausführlich dokumentiert ist dies auf der Seite von Mike Watters - siehe VEB Erfurt SC-1.

Der SC1 kommt mit einem satten Gewicht daher. Außen mit einem Vollholzrahmen und einer Abdeckplatte aus Aluminiumblech ausgestattet, innen mit einer schwer bestückten Platine. Die Holzfiguren besitzen starke Magnete - wie auch alle Nachfolger aus DDR-Produktion. Zur Ausstattung des SC1 gehört ein passender Attache-Koffer und ein schweres Netzteil. Die Zuganzeige erfolgt über eine orangene Segmentanzeige, dabei wird jeder Zug durch einen lauten Signalton quittiert. Die Tasten für die Zugeingabe haben einen satten Druckpunkt und wirken zierlich. Welches Schachprogramm im Inneren des SC1 tickt, zeigt sich sobald der Rechner nachdenkt. In der Anzeige blinken die typischen "oo oo" Elemente der frühen Fidelity-Geräte. Es wurde also ein Programm von Ron Nelson verbaut; eine Raubkopie des Fidelity Chess Challenger 10 C wie Tests ergeben haben.

Der SC1-Prototyp fand schnell Zustimmung bei den Verantwortlichen und man entwickelte nun ein preiswertes Modell für den Massenmarkt - den in großen Stückzahlen verkauften SC-2. Die wenigen Protoypen des SC-1 wurden teilweise ob der damals teuren Chips ausgeschlachtet und es gibt nur noch ganz wenige Stücke.

Donnerstag, 17. August 2017

Fidelity Sensory 12 Armada

1984 entwickelte Fidelity ein neues Konzept, um die Programme aus den teuren Elite A/S-Weltmeistergeräten in anderen Gehäusen zu vermarkten. Die Fidelity Chess Challenger 12-Serie. Vor allem durch den Erfolg des preiswerteren Novag Super Constellation, musste Fidelity reagieren und in gleicher Preisklasse etwas entgegensetzen. Genauso wie beim Super-Conny wählte man für den Sensory 12 eine Bedienung über Drucksensoren und die Zuganzeige mit 16 Rand-LEDs. Optisch veredelt durch einen Vollholzrahmen, ähnlich dem Elite A/S. Die passenden Holzfiguren hatte man direkt von der vorherigen Chess Challenger Sensory-Serie übernommen. Zusätzlich spendierte man dem "SC12" einen Druckeranschluss und einen Slot für die bekannten Eröffnungsmodule.

Der erste Wurf war im Herbst 1984 der Fidelity Sensory 12 (A). Ausgestattet mit dem - leicht verbesserten - Weltmeisterprogramm vom Elite A/S Budapest aus dem Vorjahr. So steht es auch in großen Lettern auf der metallenen Sensorplatte: 1983 WORLD CHAMPION MICROCOMPUTER PROGRAM. Getaktet mit 3 MHz.

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft gab es bereits eine neue Version: Den Fidelity Sensory 12 Special Edition - kurz "SE12". Optisch und vom Programm identisch, jetzt aber mit 3,6(!) MHz getaktet. Damals war selbst eine Anhebung des Taktes hinter dem Komma ein Verkaufsargument. Die Holzfiguren wurden bei dieser Edition - die mW nur in den USA vermarktet wurde - gegen Plastikmodelle der Chess Challenger Sensory-Serie getauscht.

Kurz nach dem Jahreswechsel stand bereits ein Nachfolger in den Regalen: Der Fidelity Sensory 12 B. Hier wurde definitiv ein anderes Programm verbaut als in den Vorgängern. Ob es Ähnlichkeit mit dem des Elite A/S Glasgow hat oder komplett eigenständig ist, ist unklar. Es gab zwei Varianten der "B-Version". Eine hat einen durchgehenden, schwarz eingefärbten Balken mit inversem Schriftzug auf der Metallplatte, eine andere ist optisch bis auf das "B" und den fehlenden Hinweis auf den Weltmeistertitel 1983, identisch zur "A"-Version. Die Taktrate war ebenfalls unterschiedlich, entweder mit 3 oder 4 MHz getaktet.

Die letzte Auflage der Serie brachte Fidelity mit dem Modell "SX12", nun mit sagenhaften 5 MHz getaktet wurde es kein großer Erfolg mehr. Mittlerweile lief die Konkurrenz den Fidelitys den Rang ab und auch firmenintern war eine neue Reihe in der Startphase. Durch den für Fidelity verhängnisvoll starken Dollar, musste man wesentlich billiger produzieren für den Export. Die Preisbomber wurden geboren, doch das ist eine andere Geschichte.

Um die verschiedenen Sensory 12-Modelle zu unterscheiden, habe ich diese dem Colditz-Test unterzogen.

Sensory 12 (A): ELO 1870, Stellung Nr. 11: (Dxf4) = 06:15 Min.
Sensory 12 B: ELO 1900, Stellung Nr. 11: (Dxf4) = 04:42 Min.
Sensory 12 SE: folgt!

Was mir im Vergleich der Zeiten auffiel: Sie sind nicht mit denen von Elite Budapest und Glasgow vergleichbar, was dafür spricht das Fidelity - wie so oft - veränderte Programme in die Sensory 12 verbaut hat.

Nachtrag: Einen Schachcomputer im Sensory 12 Gehäuse hätte ich fast vergessen. Es ist der unter der Bezeichnung RCS erschienene Granit. Da hatte Peter Reckwitz aus seiner Zeit für Fidelity Deutschland noch einige Gehäuse übrig:)

Donnerstag, 23. Februar 2017

Die Metamorphosen der morschen Sphinx

Die Artikel über die "morsche Sphinx" aus der österreichischen Zeitschrift Modul sind legendär. Zwischen Ausgabe 3/1988 - 2/1991 von Thomas Mally in seinem humorigen Sprachstil verfasst, wird hier über die Unzulänglichkeiten der Software von Programmierer Frans Morsch berichtet. Nach dem Weggang von Mephisto hatte Morsch sein vom Supermondial bekanntes Programm komplett umgeschrieben, dabei aber derart viele Bugs eingebaut, das es insgesamt über zwei Jahre dauerte diese zu bereinigen. Folgende Programmversionen sind bekannt:


V1.03 - 3/1988
V2.00 - 4/1988
V2.03 - 4/1988
V2.04 - 4/1989
V2.05 - 2/1991

Dazu gibt es neben der Vielzahl an Programmversionen auch eine ebensolche an verschiedenen Gehäusen mit unterschiedlichen Bezeichnungen: Die Metamorphosen der Sphinx! Beginnen wir mit der ersten Variante:

CXG Sphinx Galaxy - im bekannten Gehäuse des Super Enterprise. Wurde mit V1.03 und 2.00 ausgeliefert.

CXG Sphinx Dominator - mit 64 Feld LEDs, Gehäuse ansonsten baugleich mit Sphinx Titan und Sphinx Royal. Bekannte Programmversionen sind V2.00, V2.03, V2.04 und V2.05.

CXG Sphinx 40 Plus - im Holzgewand der Sphinx 40 ausgeliefert. Es existieren nur Geräte mit V2.00.

CXG Sphinx Commander - vom Commander gibt es zwei optisch unterschiedliche Varianten. Die meisten sind, wie die Sphinx 40 Plus, im modularen Brett der Sphinx 40 hergestellt worden. Wenige Exemplare wurden auch in dem älteren Holzbrett des Chess 3008 produziert. Eingebaute Programmversion hier: V2.04

Mephisto Modena - Nach seiner Rückkehr zu Mephisto, wurde das Programm auch noch in einem Gerät der Laptop-Serie verbaut. Hier die fehlerfreie V2.05.

Immerhin hatte sich Frans Morsch damals noch die Mühe gemacht und Bugs behoben. In seinen Kreationen ab Mitte der 90er Jahre herrscht da Fehlanzeige. Weder der bekannte H8-Bug noch der Senator-Bug wurden je korrigiert.